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Literaturagenturen – Alles, was man wissen muss

Wer sich als Autor heute mit seinem Werk auf den Markt begibt, hat es schwerer denn je. Die Verlage sind keine Biotope von bibliophilen Schöngeistern mehr, sondern klar strukturierte, auf Effektivität und Rentabilität ausgerichtete Unternehmen, in denen notorisch Zeitmangel und Überarbeitung herrschen.

Lektoren müssen mit Bergen unverlangt eingesandter Manuskripte zurecht kommen, ihre Projekte handwerklich solide realisieren – und sollen dabei auch noch Autoren betreuen. Alles das ist machbar, wenn man entweder ein sehr überschaubares Programm zu verantworten oder eben nicht sehr große Ansprüche an die einzelnen Komponenten hat. Wer aber als Lektor all diese Aufgaben möglichst ideal erfüllen möchte, steht auf verlorenem Posten. Es sei denn, er arbeitet mit Partnern zusammen, die ihm wesentliche Teile dieser Tätigkeiten abnehmen: Agenturen.

Eine Literaturagentur hat ein sehr breites Aufgabenspektrum, darunter einige für Autorenkarrieren entscheidende Bereiche. Autoren und Agenturen kommen über Manuskriptzusendungen, Empfehlungen oder konkrete Anfragen zusammen. Manchmal ist es auch der Verlag, der einem Autor empfiehlt, sich einen Agenten zu suchen.

Zunächst ist es Aufgabe einer Agentur, sich mit dem eventuell bereits vorhandenen Werk eines Autors zu beschäftigen sowie natürlich mit den anstehenden neuen Projekten, um ein Bild zu entwickeln, wie ein Autor „zu positionieren“ ist. Denn jeder Autor braucht ein Profil, will er im Gewühl von über 100.000 jährlichen Neuerscheinungen wahrnehmbar werden. Hier heißt es, eine gemeinsame Linie festzulegen. Es ist die Suche nach der Vision vom Autor, nach seinem persönlichen Auftritt, seiner Wahrnehmung bei Verlagen und im Markt. Die Positionierung des Autors ist die Handschrift, die er für den Leser trägt. Deshalb ist es besonders wichtig, in dieser Phase sorgfältig und weitsichtig zu handeln. Etwas, das Lektoren nur noch in wenigen Fällen schaffen – denn es ist nicht kurzfristig effizient!

Steht die Richtung fest, in die man gehen will, macht sich der Agent auf die Suche nach dem geeigneten Verlag. Wohlgemerkt, nicht nach einem, sondern nach einem geeigneten Verlag! Denn das beste Buch hat kaum eine Chance, wenn es von den falschen Leuten auf den Markt gebracht wird. Der passende Verlag ist derjenige, bei dem es einen Lektor gibt, der sich für den Autor und sein Werk wirklich begeistert und bereit ist, sich für ihn einzusetzen, es ist der Verlag, der sich auf einen fairen Vertrag und angemessene Honorare verständigt, dessen Programmprofil zu Autor und Werk passt und der sich selbst etwas zutraut. Vor allem aber ist es der Verlag, bei dem Menschen tätig sind, bei denen sich der Autor gut aufgehoben, ja am besten zu Hause fühlen wird, weil sie sein Werk gut betreuen, sich ehrlich dafür interessieren und Buch und Verfasser ernst nehmen.

Bei den Vertragsverhandlungen steht die Agentur naturgemäß auf Seiten des Autors. Sie tut dies aber vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrung und versucht, dem Verlag ein fairer Partner zu sein. Denn wer versucht, eine knallhart einseitige Position zu Lasten des Verlags einzunehmen, wird sich dabei ebenso selbst ein Bein stellen, wie derjenige, der gutgläubig Verträge unterzeichnet, wie sie ihm die Verlage vorlegen.

Zum Bereich des Vertraglichen gehört natürlich auch die – meist ziemlich unerquickliche – Jagd nach den Honoraren. Denn dass sie fällig sind, heißt (wie in den meisten Branchen) im Verlagswesen nicht zwingend, dass sie auch prompt bezahlt werden. Eine gute Agentur betreut deshalb auch die Honorarbuchhaltung und rechnet im Idealfall gleich so an den Autor ab, dass dieser die Unterlagen ohne eigene Mühen direkt dem Steuerberater weiterreichen kann.

Im übrigen ist die Zusammenarbeit zwischen Autor und Agentur von Fall zu Fall höchst unterschiedlich. Während der eine seine Agentur vor allem dazu einsetzt, ihm den Rücken frei zu halten und dafür zu sorgen, dass man ihn in Frieden (arbeiten) lässt, braucht der andere ausgiebiges „mentales Händchenhalten“ oder ganz einfach praktischen Rat, wie mit einer Idee, einer Situation oder einer Person zu verfahren sei.

Seriöse Agenturen arbeiten auf reiner Erfolgsbasis. D.h. sie sind zwar beteiligt an den Einnahmen, die der Autor erzielt, fordern aber keine sonstigen Vergütungen (z.B. Kostenpauschalen oder Aufwandsersatz etc.). Für den Autor ist das die beste Garantie, dass die Agentur sich optimal für ihn einsetzen wird. Denn wie im allgemeinen, so gilt im besonderen hier: Das Interesse des Autors ist das Interesse der Agentur. Geht es dem Autor gut, dann geht es auch der Agentur gut.

Montasser Medienagentur
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